Vereinsentwicklung
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Die Sportselbstverwaltung

Die Sportselbstverwaltung und Ihre Sportvereine

Der freien Gemeinschaft des Deutschen Olympischen Sportbundes gehören im Jahr 2005 insgesamt 95 Sportverbände und Institutionen mit ca. 27,5 Mio. Mitgliedern in ca. 91.000 Sportvereinen an. Das sind über 30 % der gesamten Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland.

Artikel 2 Abs. 1 des Grundgesetzes garantiert die freie Entfaltung der Persönlichkeit und Artikel 9 Abs. 1 sichert das Grundrecht der Gründung von Vereinen.

In der Bundesrepublik Deutschland hat sich eine Sportvereinslandschaft entwickelt, die sich z.B. in ihrer Größe, in der Zahl der Sparten, nach der regionalen Lage, nach Merkmalen der angebotenen Sportarten, nach dem Vorhandensein oder nicht Vorhandensein einer hauptamtlichen Geschäftsführung unterscheiden.

Für die unterschiedlichen Vereinstypen können nur schwer allgemeingültige Aussagen gemacht werden. Die Unterschiede zwischen dem Bundesligaverein mit seinem mehrere Millionen Euro umfassenden Etat und einem Einspartenverein mit 100 Mitgliedern sind in der Art des Sportangebots, in der Organisationsstruktur und in den Funktionen, die diese Vereine erfüllen können, gravierend.

Die Durchschnittsgröße der deutschen Vereine beträgt 260 Mitglieder pro Verein. Im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarländern, aber auch weltweit, ist dies eine sehr große Zahl. So liegt die Durchschnittsgröße in den Niederlanden bei 150 und in Frankreich bei 75 oder England bei 40 Mitgliedern. Dies gibt einen Hinweis auf die spezifische Organisationsstruktur und auch auf das spezifische Sportverständnis in Deutschland. Im Ausland überwiegen kleine Vereine als "Ein-Sportarten-Vereine", als Fußball-, Handball- oder Leichtathletikverein. In Deutschland gibt es neben diesen Vereinen  auch viele Mehrspartenvereine.

Für Deutschland können vier Vereinstypen nach der Größe unterschieden werden:
-    Kleinvereine bis 100 Mitgliedern (ca. 35 %)
-    Mittelvereine bis zu 300 Mitgliedern (ca. 34 %)
-    Mittelgroße Vereine zwischen 300 und 1.000 Mitgliedern (ca. 25 %)
-    Großvereine über 1.000 Mitglieder (ca. 6 %).

Nur die Kleinvereine zeigen sich in ihrer Organisationsstruktur noch nahezu unverändert. Großvereine und zum Teil auch Mittelvereine entwickeln sich dagegen tendenziell immer mehr zum professionell geführten Dienstleistungsunternehmen.
Es ist zu erwarten, dass die Vereinslandschaft sich weiter polarisieren wird.

Um ein entsprechend kontinuierliches Wachstum bewältigen zu können, werden größere Vereine sowohl in Führung und Verwaltung als auch im Übungsbetrieb mehr und mehr zur professionellen Arbeit übergehen. Darauf weisen empirische Untersuchungen hin die zeigen, dass sich nebenamtliche Kräfte sowohl in Mittel- als auch Großvereinen finden. Die Anzahl hauptamtlich beschäftigter Kräfte steigt aber mit der Größe des Vereins an.

In diesem Zusammenhang verliert die demokratische Entscheidungsstruktur der Vereine an Bedeutung, dies wird dadurch verstärkt, dass die Einbindung der Abnehmer des Sportangebots nur noch in Kleinvereinen durchgängig traditionell über Mitgliedschaft erfolgt. Vor allem in Großvereinen lockert sich demgegenüber mit der Einführung von Kursangeboten die Vereinsbindung und es tritt immer häufiger ein dienstleistungsorientiertes Selbstverständnis der Sporttreibenden in den Vordergrund.

Hier finden Sie Broschüren, Infopapiere und andere Informationen.

Wie funktioiert die Sportförderung in Deutschland?

Eine kleine Link-Übersicht für Sportinteressierte