Vereinsentwicklung

Geschichtliche Entwicklungslinien

Entstehung von Sportvereinen und Dachorganisationen

Erste Sportvereine hatten sich u. a. bereits 1836 mit dem Hamburger Ruderclub und 1844 mit dem Keglerclub Hamburg, 1861 mit dem Schlittschuhverein Frankfurt/Main, 1869 mit dem Bicycle-Club Altona, 1878 mit dem Schwimm-Verein Neptun Berlin und dem Fußball-Verein Hannover gegründet. Ab 1850 wurden auch erste regionale Meisterschaften durchgeführt. Von 1877 an entstanden die selbstständigen Spitzenverbände, angefangen vom Deutschen Schützenbund (1861) über den Deutschen Fußballbund im Jahre 1900 bis hin zum Deutschen Hockeybund im Jahre 1909.

Nach der Aufhebung der Sozialistengesetze (1878 - 1890) war auch die Gründung von Arbeiter-, Turn- und Sportvereinen in entsprechenden Verbänden möglich.
Am 17.11.1912 schlossen sich die Arbeitersportverbände in der Zentralkommission für Sport- und Körperpflege zusammen. 1930 zählte die Zentralkommission 11 Verbände mit 1,3 Millionen Mitgliedern.
Die Arbeiter-Sport-Organisation wurde 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöst, Einrichtungen und Vermögen beschlagnahmt, viele Angehörige verfolgt

Parallel zur Arbeitersportbewegung entstanden auch die konfessionellen Sportorganisationen: Deutsche Jugendkraft (DJK), Eichenkreuz im CVJM und der jüdische Sport mit ihren in die Jahre 1870 (CVJM), 1896 (Katholische Jünglingsvereine) und 1898 (Bar Kochba Berlin) zurückreichenden Wurzeln.

Am 01.09.1939 begann Hitler den 2. Weltkrieg, dessen totale Niederlage auch den totalen Zusammenbruch des deutschen Sports besiegelte.
Am 17.12.1945 ordnete der Alliierte Kontrollrat, der zu dieser Zeit in Deutschland regierte, mit seiner Direktive Nr. 23 die Auflösung aller deutschen Turn- und Sportverbände und -vereine an. Gleichzeitig gestattete er "die Errichtung nicht militärischer Sportorganisationen lokalen Charakters". Damit konnte der deutsche Sport wieder von vorn beginnen.

Am 01.10.1948 wurde der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB) der DDR und am 10.12.1950 der Deutsche Sportbund (DSB) im Hodlersaal in Hannover gegründet.
Traten die Spitzenverbände beider deutschen Sportorganisationen bereits frühzeitig mit getrennten Mannschaften bei Welt- und Europameisterschaften auf, so gab es doch immer noch gemeinsame deutsche Olympiamannschaften (1956, 1960 und 1964).

Bei den Olympischen Spielen 1972 in München und Sapporo traten auf Grund eines Beschlusses des IOC vom 12.10.1968 in Mexiko die beiden deutschen Olympiamannschaften zum ersten Mal mit eigenen Flaggen, Hymnen und Emblemen auf. Betrachtet man die Entwicklung und Organisation des deutschen Sports in der Retrospektive, so wird diese wesentlich von den Entwicklungslinien der deutschen Geschichte mitbestimmt.

Die sportlichen Organisationen haben viele Wandlungen vollzogen und waren immer in die gesellschaftspolitischen Veränderungen einbezogen. Vielleicht ist gerade daraus die Stärke des "selbst verwalteten Sports" entstanden, der als tragende Säule des Sports in der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet werden kann. Seine Stärke liegt in der humanitären Ausrichtung in deren Mittelpunkt steht, den Menschen zu helfen, ihr Leben aus eigenem freien Antrieb lebenswerter zu gestalten.
Dies ist sein gesellschaftspolitischer Auftrag.

Hier finden Sie Broschüren, Infopapiere und andere Informationen.

Wie funktioiert die Sportförderung in Deutschland?

Eine kleine Link-Übersicht für Sportinteressierte